Seit 2020 hat sich die Zahl der täglichen Videokonferenzen pro Mitarbeiter verdreifacht. Remote-Arbeit, hybride Teams, internationale Kunden. Der Videocall ist zum Standardkommunikationsmittel geworden. Doch die meisten Büros wurden nicht dafür gebaut. Eine schallisolierte Telefonbox löst dieses Problem.

Das Ergebnis kennt jeder: Kollegen, die im Flur telefonieren. Meetings, bei denen drei Personen gleichzeitig reden und alle zugehört werden. Zoom-Calls, bei denen der Gesprächspartner fragt: „Können Sie das nochmal wiederholen? Ich höre Hintergrundgeräusche."

In einer Umfrage von Poly (2024) gaben 82 % der Büroangestellten an, dass Hintergrundlärm ihre Videokonferenzen regelmäßig stört. 41 % sagten, sie vermeiden Videocalls im Büro komplett und verschieben sie auf den Homeoffice-Tag.

Warum Besprechungsräume keine Lösung sind

Die naheliegende Antwort: „Nehmen Sie doch einen Meetingraum." In der Theorie stimmt das. In der Praxis scheitert es an drei Punkten.

Erstens: Verfügbarkeit. In Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden sind Besprechungsräume durchschnittlich zu 73 % belegt. 30 % dieser Buchungen sind sogenannte „Ghost Meetings": Der Raum ist reserviert, aber niemand nutzt ihn. Trotzdem ist er blockiert.

Zweitens: Overhead. Für einen 15-Minuten-Call einen Raum buchen, dorthin laufen, Laptop anschließen, Kamera einrichten. Das dauert länger als der Call selbst. Spontane Anrufe lassen sich so nicht abwickeln.

Drittens: Größenverhältnis. Ein 8-Personen-Raum für einen einzelnen Videocall zu belegen ist Ressourcenverschwendung. Aber kleinere Räume gibt es in den meisten Büros nicht.

Was eine gute Videokonferenz-Kabine ausmacht

Eine Fokuskabine für Videokonferenzen muss mehr können als nur Schall dämmen. Diese fünf Faktoren entscheiden über die Qualität der Calls.

Schalldämmung: Mindestens 30 dB

Der wichtigste Faktor. In einem Großraumbüro liegt der Umgebungslärm bei 65 bis 75 dB. Verständliche Videokonferenzen erfordern einen Hintergrundpegel unter 40 dB. Das bedeutet: Die Kabine muss mindestens 30 dB dämmen.

Günstige Kabinen mit dünnen Wänden schaffen oft nur 18 bis 22 dB. Das reicht nicht. Der Gesprächspartner hört immer noch Tastaturklappern und Kollegengespräche.

Beleuchtung: Gleichmäßig und warm

Die zweitwichtigste Komponente. In einer schlecht beleuchteten Kabine sehen Sie auf dem Bildschirm des Gesprächspartners aus wie in einem Verhörraum: harte Schatten, blasses Gesicht, dunkle Augenringe.

Gute Kabinen haben LED-Panels mit einer Farbtemperatur von 4.000 bis 4.500 Kelvin (neutralweiß) und einer Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux auf Gesichtshöhe. Das sorgt für ein natürliches, professionelles Bild auf der Kamera.

Belüftung: Aktiv, nicht passiv

Eine geschlossene Kabine ohne Belüftung wird nach 15 Minuten unangenehm. Die CO₂-Konzentration steigt, die Temperatur auch. Ab 1.500 ppm CO₂ sinkt die kognitive Leistung messbar.

Passive Belüftung (Schlitze) reicht nicht. Eine aktive Lüftung mit Zuluft und Abluft hält die Temperatur stabil und den CO₂-Wert unter 1.000 ppm. Entscheidend: Die Lüftung darf selbst nicht mehr als 35 dB erzeugen, sonst wird sie zum Störgeräusch im Call.

Konnektivität: Steckdosen und USB

Ein Videocall braucht Strom. Laptop, eventuell ein externer Monitor, Ladekabel für das Handy. Mindestens zwei Steckdosen (230V) und ein USB-A-Anschluss sollten vorhanden sein.

WLAN-Durchlässigkeit ist ebenfalls wichtig. Metallische Kabinenwände können das Signal abschwächen. Gute Hersteller integrieren WLAN-Repeater oder verwenden Materialien, die das Signal nicht blockieren.

Größe: Eine Person plus Technik

Bei Einzelvideokonferenzen reicht eine Schallschutzkabine mit einer Grundfläche von 1,2 bis 1,5 m². Das bietet Platz mit kleinem Tisch, Stuhl und genug Abstand zur Kamera (mindestens 60 cm Armlänge).

Zwei-Personen-Calls oder hybride Meetings mit einem Teilnehmer vor Ort und mehreren remote verlangen mindestens 2,5 m². Größere Kabinen wie die Duet-Variante bieten hier mehr Flexibilität.

Telefonbox vs. Meetingraum: Der Vergleich

Kriterium Telefonbox Besprechungsraum
Verfügbarkeit Sofort, ohne Buchung 73 % belegt, Buchung nötig
Aufwand Tür auf, hinsetzen, Call starten Raum suchen, buchen, einrichten
Schalldämmung 30 bis 38 dB 20 bis 45 dB (je nach Bauqualität)
Kosten pro m² Einmalig, keine Baukosten Mietkosten + Instandhaltung
Flexibilität Versetzbar, kein Umbau Fest verbaut
Einzelcalls Optimal Überdimensioniert

Bei spontanen Videocalls und kurzen Abstimmungen im Büro ist die Telefonbox die bessere Wahl. Geplante Teammeetings mit 4+ Personen lassen sich weiterhin im Besprechungsraum abhalten.

Einen Vergleich verschiedener Modelle und Marken finden Sie in unserem separaten Artikel.

Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten

Nicht jede Kabine eignet sich gleich gut für Videocalls. Stellen Sie diese Fragen vor der Entscheidung:

  1. Wie hoch ist die tatsächliche Schalldämmung? Verlangen Sie Prüfzertifikate nach ISO 23351-1. Werbeversprechen sind keine Messwerte.
  2. Welche Beleuchtung ist integriert? Fragen Sie nach Kelvin-Wert und Lux-Angabe. Eine reine Deckenleuchte reicht für Videocalls nicht.
  3. Wie funktioniert die Belüftung? Passiv oder aktiv? Wie laut ist das Lüftungssystem? Ab 40 dB hört der Gesprächspartner die Lüftung.
  4. Welche Anschlüsse sind vorhanden? Steckdosen, USB, eventuell HDMI für einen externen Monitor.
  5. Passt die Kabine durch Ihre Türen? Manche Modelle werden vor Ort montiert, andere kommen fertig. Messen Sie vorher die Zugangswege.

Hochwertige Telefonboxen erfüllen all diese Kriterien und werden mit vollständiger Dokumentation geliefert.

Wie viele Kabinen braucht Ihr Büro?

Als Richtwert: Eine Videocall-Kabine pro 8 bis 12 Mitarbeitende. Bei Unternehmen mit hohem Call-Aufkommen (Vertrieb, Kundenservice, Beratung) eher eine pro 5 bis 8 Mitarbeitende.

In einem Büro mit 40 Mitarbeitenden bedeutet das 3 bis 5 Bürokabinen. Die Investition variiert nach Modell und Ausstattungslinie. Zum Vergleich: Ein zusätzlicher Besprechungsraum verschlingt deutlich mehr Aufwand — inklusive Umbau, Schalldämmung und fester Installation — und ist anschließend nicht versetzbar.

Weitere Hinweise zur Akustikplanung im Open Office finden Sie in unserem Ratgeber.

Nächster Schritt

Sie möchten wissen, welche Kabine zu Ihrem Büro und Ihren Anforderungen passt? Vereinbaren Sie eine kostenlose Beratung über unsere Kontaktseite. Wir helfen bei Größenberechnung, Standortwahl und Ausstattung.